gratitude column #17 something you take for granted

Ich versuche schon länger, nichts in meinem Leben als selbstverständlich zu erachten. Weder meine Familie, meine Freunde, meine Gesundheit, mein Studienplatz noch mein Freund sind es.

Auch nicht, dass fremde Leute freundlich zu einem sind.
Doch manchmal passiert genau das. Öfters denke ich mir, dass alle Menschen, die ich auf der Srraße treffe, fröhlich und gut gelaunt sind. Und einem offen und freundlich begegnen. Oder zumindest mit Manieren. Vielleicht bilde ich mir das auch ein, weil ich es selten anders erlebe. Aber manchmal dann doch und meistens trifft es mich dann aus dem Nichts.
Dann scheint es, als ob manche Personen nur mit der U-Bahn fahren, um das Leben anderer zu versauen. Sie schauen dich böse an, weil du dich gern auf den Platz neben ihnen setzen möchtest, auf dem gerade aber ihr Rucksack so bequem sitzt. Du bist aber vollbepackt mit Sachen und deiner Gitarre und würdest dich über einen Sitzplatz auf deiner langen Fahrt sehr freuen. Und sie werfen dir einen todbringenden Blick zu und ziehen den Rucksack zu sich her, sodass ein halber Sitz frei wird. Du denkst dir, na gut, besser als nichts und versuchst dich zu organisieren. Dann lesen besagte Leute auch noch alle Nachrichten, die du deinem Schatz schreibst mit. Dreist und ohne Schamgefühl lehnt er sich hinüber und atmet mir seinen absolut widerlichen Atem in den Nacken. Ich drehe mich weg und versuche die Nachricht zu Ende zu schreiben. Er rückt unauffällig noch ein Stück näher. „Ich bin bald da, alter da ist so ein ekliger Typ, der es wohl anscheinend nie gelernt hat, nicht in anderen Handys die Nachrichten mitzulesen.!! Treffen wir uns beim Eingang?“ tippe ich die Nachricht und drücke auf Senden. Ich drehe mich um, so schnell, dass ihn meine Haare noch im Gesicht berühren.
„Und ist es wenigstens interessant gewesen? Nächstes Mal kann ich ja vielleicht ein Nacktbild versenden, würde Ihnen das gefallen? Hat Ihnen niemand beigebracht, was Privatsphäre ist? Oder dass man Leuten, die tausend Sachen in der Hand haben, einen Platz anbietet, auf dem nur Ihr Rucksack steht?“
Ich werde nicht laut, aber meine Stimme ist sehr scharf und der halbe Waggon sieht zu uns herüber. Ohne den Typ auch nur eines Blickes zu würdigen nehme ich  meine Sachen und stehe wieder auf und gehe zwei Türen weiter nach hinten.

Ich weiß nicht, was er gedacht hat und auch seinen Blick habe ich nicht mehr gesehen. Es kann gut sein, dass er so etwas aus Spaß macht, aus Sensationsgeilheit oder weil ihm langweilig ist. Ob er sich wieder so benimmt kann ich nicht sagen, ich denke aber, dass meine kleine Standpauke nicht wirklich was genützt hat. Leider. Bei manchem Leuten kommt jede Hilfe zu spät. Da ist man einfach besser beraten, sie zu ignorieren und sich aus dem Staub zu machen.

gratitude column dark

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