Religionsunterricht… Zu Schulbeginn war ich sehr skeptisch, denn alles was ich davon kannte war ein verschrobener älterer Professor, der lieber über alles andere mit uns redete und uns Filme ansehen ließ, als das Thema Religion durchzunehmen.
Ich wollte der Sache noch eine Chance geben. Und ich habe es nicht bereut.

In Religion kann ich 50 Minuten ausspannen, die Gedanken entspannen und mit den anderen über Themen diskutieren, die von Eheberatung bis Religionsgeschichte alles beinhalten. Heute zum Beispiel; Unsere Professorin brachte eine Stapel Symbolkarten mit. Jeder sollte sich eine aussuchen, die etwas über einen aussagt, einen Teil des Wesens beschreibt und jetzt gerade zur Stimmung passt.

„Leicht“, dachte ich. T, J und ich umrundeten den Tisch und ich sah sofort eine Karte. Sie sprang mir förmlich in die Augen. Darauf war einfach bloß ein rotes Herz. Mein Lieblingssymbol. Es steht für die Liebe und meine Herzlichkeit. Für mein offenes Wesen. T und J machten noch eine Runde um den Tisch und konnten sich nicht so recht entscheiden. Ich sah die Karte mit dem Herz in meiner Hand an und begann, nachzudenken.. Passt das Herz zu meiner jetzigen Stimmung? Einen Zusammenhang würde ich bestimmt herstellen können, aber so plötzlich fiel mir keiner ein. Außerdem habe ich schon so oft über das Herz geredet. Dass es mein liebstes Symbol ist, dass es zu mir passt, weil ich die Liebe liebe. Sollte ich nicht vielleicht mal etwas anderes aussuchen?  

So spazierte ich noch einmal um den Tisch herum, sah mir alle Karten genau an. Viele fielen mir auf. Eine Brücke über einem Fluss. Ein Weg, der ins ungewisse „Blaue“ führte.  Eine Blume. Da sprang die Karte mit dem Baum und den rosa Rosen in mein Blickfeld. Ich ging näher an sie heran und betrachtete sie. Die ist schön…
Ich nahm sie in die Hand und sah von der einen zur anderen Karte. Herz oder Baum? Ich entschied mich spontan dazu, nicht wieder das Herz zu besprechen. Diesen Aspekt kennen bereits alle von mir.

Wir setzten uns wieder auf unsere Plätze. Jede (Reli ist mit einer Ausnahme ne Mädelsrunde) zeigte nun ihre Karte und erzählte, was sie sich dazu gedacht hatte. Die Geschichten waren alle unterschiedlich und jede einzelne sagte etwas ganz Persönliches über die Persönlichkeit ihrer (kurzweiligen) Besitzerin aus.
Das Wort ging über an mich.

„Hmm.. Ich habe diese Karte gewählt. Vorher hatte ich das Herz in der Hand, aber die Geschichte kennt ihr schon. Auf dieser Karte sieht man einen Baum und ein paar rosa Blumen. Sie erinnert mich an Frühling.“
Ich sah die Karte an. Ich weiß genau, dass ich in diesem Moment gelächelt habe.
„Im Frühling verlieben sich alle. Und alles ist schön und bunt und glücklich. Und ich habe das Gefühl, dass ich mich seit Februar, seitdem wir alle hier die Ausbildung machen, massiv verändert habe. Ich fühle mich so glücklich! Ich kann es gar nicht anders ausdrücken. Mein ganzes Leben hat sich verändert. Alles funktioniert jetzt. Die Schule ist toll, meine Beziehung ist so schön wie am Anfang. Sogar noch schöner eigentlich. Ich habe neue Freunde gefunden und trotzdem meine alten behalten. Es ist so ein wunderbares Gleichgewicht, in dem ich mich befinde und ich möchte es nie mehr loslassen.
Der Baum und die Blumen auf der Karte haben mich an letzte Woche erinnert, als ich mit V und N und ihren Kids in Hirschstetten war. Die Blumengärten dort stehen in voller Blüte und es ist so wunderschön da. Irgendwie passt alles zusammen und das finde ich so schön.“

Ich schloss mit einem Lächeln ab. S, unsere Professorin, lächelte ebenso. „Das freut mich für dich, Silvia. Das freut mich wirklich.“

So sieht mein Glück gerade aus. Wie ein grüner Baum und zarte rosa Blümchen. Vielleicht bleibt es so, vielleicht verändert es sich. Ich glaube daran, dass es nie verblüht.

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